Ein wahres Lokalkolorit: Der Sternen-Imbiss am Bellevue. Manche fragen sich was wohl zuerst da war. Der Sternen-Grill oder Zürich. Ich habe es sehr genossen bei einem Ittinger Klosterbräu eine Servela mit Senf zu verdrücken und dabei das bunte Treiben am Bellevue zu verfolgen.
Montag, 28. Januar 2008
Schweizer Daniel
Endlich war Daniel zu Besuch. Ich habe mich riesig auf ihn gefreut und wir haben ein paar wunderschöne Tage miteinander verbracht, über die er einen wunderschönen Blogeintrag geschrieben hat. Der Sternen-Grill am Bellevue hat ihm besonders gefallen:
Mittwoch, 19. Dezember 2007
Vom Reinfallen am Rheinfall
Falls Ihr 26 Minuten Zeit habt und mal sehen wollt, was für eine irre Mischpoke die Blochers sind, die die Schweiz bis zum vergangenen Donnerstag offenbar gemeinsam (mit-)regiert haben, empfehle ich dieses Video. Mit Dank an meine Kollegin Andrée.
Der Grund für die Schweizer Sauberkeit:
Der Schmutzli. Ich bin mir sicher. In der Schweiz wird der Nikolaus Sämichlaus vom Schmutzli begleitet. Das ist wohl so ähnlich wie in Deutschland mit dem Nikolaus und dem Knecht Ruprecht, obwohl mir letzterer nie so richtig in Erscheinung getreten ist. Hier ist der Schmutzli jedenfalls sehr präsent, er steht immer neben dem Sämichlaus: Schwarzbraune Kutte, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, ein wilder schwarzer Islamistenbart, der das Gesicht fast vollständig verdeckt, in der Hand einen Sack. Der Schmutzli sagt kein Wort. Aber wenn die Kinder nicht artig waren, steckt der Schmutzli sie in seinen Sack und nimmt sie für immer mit in den Wald.
Hallo!? In Deutschland gibts ein bisschen Dresche mit der Rute, aber in der Schweiz steht die Perspektive auf dauerhafte Entführung in den dunklen Wald! Da würd ich mir als Kind auch zwei mal überlegen, ob ich mein Zimmer aufräume oder nicht, bei solchen Aussichten! Deshalb meine These: Der Schmutzli traumatisiert Schweizer Kinder schon in frühester Kindheit so nachhaltig, dass sie immer folgsam sind. Dazu gehört Sauberkeit und Ordung und dieses Trauma bleibt für immer. Deswegen ist hier alles so ordentlich. Fröhliche Weihnachten.
Hallo!? In Deutschland gibts ein bisschen Dresche mit der Rute, aber in der Schweiz steht die Perspektive auf dauerhafte Entführung in den dunklen Wald! Da würd ich mir als Kind auch zwei mal überlegen, ob ich mein Zimmer aufräume oder nicht, bei solchen Aussichten! Deshalb meine These: Der Schmutzli traumatisiert Schweizer Kinder schon in frühester Kindheit so nachhaltig, dass sie immer folgsam sind. Dazu gehört Sauberkeit und Ordung und dieses Trauma bleibt für immer. Deswegen ist hier alles so ordentlich. Fröhliche Weihnachten.
Freitag, 14. Dezember 2007
Erdbeben!
Eine Kollegin stürmt in mein Büro und verkündet, dass ich gerade Zeuge einer Revolution in der Schweiz würde. Was ist geschehen? Der Spiegel betitelt es mit einem "politischen Erdbeben in der Schweiz". Lasst mich erklären:In Deutschland wählt das Parlament den BundeskanzlerIn und er stellt ein Kabinett aus Ministern zusammen, dem er vorsteht. In der Schweiz wählt das Parlament ein siebenköpfiges Gremium, den Bundesrat. Die Bundesräte sind gleichzeitig die Minister, aber sie regieren das Land gemeinsam als Gremium. Das Amt des Bundeskanzlers rotiert unter den Bundesräten und hat nur eine repräsentative Funktion. Die Schweiz wird also - ziemlich einzigartig - offiziell von einem Gremium regiert. Bisher war dieses Gremium nach der sog. "Zauberformel" (2 + 2 + 2 + 1) immer anteilig von allen grossen im Parlament vertretenen Parteien besetzt, weshalb die Schweiz sozusagen permanent durch eine Allparteienkoalition regiert wird. Seit der vorletzten Wahl war der Ultranationalist und Chef der rechtsnationalen SVP (Autorin der Schafskampagne) Christoph Blocher einer dieser Bundesräte (Justizminister). Die SVP ist aus den Wahlen vor einigen Wochen mit ca. 30% wieder als stärkste einzelne Partei hervorgegangen und Christoph Blocher kandidierte wieder für einen Sitz im Bundesrat. Am Donnerstag war Bundesratswahl im Parlament und bisher wurden dabei immer alle Kandidaten auch gewählt. Bis Donnerstag.
Am Donnerstag haben die anderen Parteien einfach eine weitere Kandidatin für einen Sitz im Bundesrat aufgestellt, die SVP-Frau Eveline Widmer-Schlumpf. Das kuriose in der Schweiz ist, dass man einer Nominierung zur Bundesrätin nicht zustimmen muss - die arme Frau war nicht mal anwesend. Und dann hat das Parament sie einfach gewählt. Daraufhin musste sie ganz schnell in den Zug steigen und nach Bern fahren, wo Ihre SVP-Fraktion sie bekniet hat, die Wahl nicht anzunehmen - dann hätte man Blocher wieder aufstellen können. Aber sie hat angenommen! Sie und der andere SVP-Bundesrat wurden daraufhin aus der SVP-Fraktion ausgeschlossen und die SVP grummelte, sie wolle jetzt in die Opposition gehen. Und Blocher ist nicht mehr Bundesrat! Die Schweiz jubelt und ich mit.
Montag, 5. November 2007
Was macht die Kunst?
Schon vor einigen Wochen war ich auf einer ganz wunderbaren Messe für moderne Kunst in in den ABB-Hallen Zürich. Ganz viele Galerien und Künstler stellten Verkäufliches aus; grossformatige Fotografien von Eisbergen lagen sehr im Trend.
Die grossformatigen (und erstaunlich bezahlbaren) Fotos der Berliner Galerie LUMAS haben mir besonders gut gefallen.

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Neben der Ausstellungshalle, die früher mal eine Fabrikhalle der ABB war, ist eine Brachfläche mit einer Stahlkonstruktion bebaut worden, die an eine Fabrikhalle erinnert, aber ein hängender Garten ist:
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Die grossformatigen (und erstaunlich bezahlbaren) Fotos der Berliner Galerie LUMAS haben mir besonders gut gefallen.

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Samstag, 3. November 2007
Bist Du ein Migros-Kind oder ein Coop-Kind?
Diese Frage stellte neulich eine Kollegin von mir einer anderen. In dieser Frage steckt so viel Schweiz drin dass es kracht. In der Schweiz gibt es nur zwei Supermarktketten. Das stimmt natürlich nicht, es gibt schon noch ein paar mehr, aber da kauft man als Schweizer nicht. Für die Schweizer gibts nur Migros (sprich: Migro) und Coop (sprich: Kohp). Und die Frage ob Migros oder Coop ist ungefähr so wie die Frage nach Homo- oder Hetero oder nach Evangelisch oder Katholisch:
Meine Wahrnehmung: Migros ist eine Krake, die überall ihre Finger drin hat: Es gibt Migros-Volkshochschulen, Migros-Tanzschulen, Migros-Heizöl, Migros-gespnserte Museen, undundund und damit sich Migros das alles leisten kann kostet eine Gurke bei Migros 1 EUR und eine Packung Schinken kostet 4 EUR. Und weil die Schweizer das gewöhnt sind, verkauft Coop zum gleichen Preis, nur dass es da noch Alk dazu gibt. Und weil Migros auch lieber Geld verdient als die Gesellschaft behütet, hat Migros noch den Schweizer Discount-Supermartkt Denner gekauft und vertreibt dort den Alkohol. Aber offiziell gibts ja beim Migros keinen Alk. Damit keine Misserständnisse aufkommen: Ich gehe auch lieber zu Migros, weil ich das Gefühl habe, dass man dort noch einige Sachen billiger als beim Coop bekommt.
Die Schweizer Verbundenheit zum Migros ist so unerschütterlich, dass nur selten woanders eingekauft wird. Deshalb wachsen die Kinder hier mit der Migros-Produktpalette auf: Migros-Kinder eben.
(soweit ich weiss steht ist der Name Migros aus dem Französischen demi en gros hervorgegangen. Der Ur-Migrogründer hat Grundnahrungsmittel in so grossen Mengen (en gros) eingekauft, dass er sie an die Hausfrauen für die Hälfte des üblichen Preises (à demi) verkaufen konnte)
- Es ist eine ernste Angelegenheit.
- Es ist eine Frage der eigenen Identität.
- Beides schliesst sich gegenseitig aus.
Meine Wahrnehmung: Migros ist eine Krake, die überall ihre Finger drin hat: Es gibt Migros-Volkshochschulen, Migros-Tanzschulen, Migros-Heizöl, Migros-gespnserte Museen, undundund und damit sich Migros das alles leisten kann kostet eine Gurke bei Migros 1 EUR und eine Packung Schinken kostet 4 EUR. Und weil die Schweizer das gewöhnt sind, verkauft Coop zum gleichen Preis, nur dass es da noch Alk dazu gibt. Und weil Migros auch lieber Geld verdient als die Gesellschaft behütet, hat Migros noch den Schweizer Discount-Supermartkt Denner gekauft und vertreibt dort den Alkohol. Aber offiziell gibts ja beim Migros keinen Alk. Damit keine Misserständnisse aufkommen: Ich gehe auch lieber zu Migros, weil ich das Gefühl habe, dass man dort noch einige Sachen billiger als beim Coop bekommt.
Die Schweizer Verbundenheit zum Migros ist so unerschütterlich, dass nur selten woanders eingekauft wird. Deshalb wachsen die Kinder hier mit der Migros-Produktpalette auf: Migros-Kinder eben.
(soweit ich weiss steht ist der Name Migros aus dem Französischen demi en gros hervorgegangen. Der Ur-Migrogründer hat Grundnahrungsmittel in so grossen Mengen (en gros) eingekauft, dass er sie an die Hausfrauen für die Hälfte des üblichen Preises (à demi) verkaufen konnte)
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