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Freitag, 15. August 2008
Schweizer Gratissperrmüll
Wenn der Schweizer einen Einrichtungsgegenstand nicht mehr braucht, dann trägt er ihn nicht immer zur Sperrmülltram, wie es sich eigentlich in Zürich gehört. Manchmal stellt der Schweizer nicht mehr benötigte Möbelstücke einfach auf die Strasse. Und macht ein Schild daran, auf dem steht meistens: GRATIS ZUM MITNEHMEN. So wie hier (das GRATIS steht unleserlich oben rechts):
Auf solche oder ähnliche Weise sind mir schon Sofatische, Schränke, Beistelltische, Monitore, Sonnenbänke (!) und Lautsprecher angeboten worden. Natürlich alles gratis. Nicht, dass ich davon irgendetwas mitgenommen hätte. Ich frage mich nun was dieses Schild soll. Dient es nur der Erleichterung des Gewissens des Stadtvermüllers, der sich so weniger wie jemand fühlt, der einfach seinen Schrott im öffentlichen Raum verklappt? Oder hat das hier Tradition und die Leute nehmen das Zeug wirklich mit? Und vor allem: Würden die Leute den gefühlten Gegenwert in Schweizer Franken im Gegenzug an die Bordsteinkante legen, wenn auf den Schildern nicht gross GRATIS stehen würde?
Montag, 4. August 2008
iPhone kafkaesque: Als Orangeclick-Kunde kann ich kein Orange-iPhone kaufen
Ich stelle mich am 11.07. um 8h morgens beim Orange-Center in Oerlikon in die Schlange, um
ein iPhone zu bekommen. Davon gibt es sogar Fotos. Kurz bevor ich dran bin, ist es leider ausverkauft. Ich warte ein paar Wochen. Ich gehe wieder ins Orange-Center Oerlikon. Ob ich ein iPhone (weiss, 16 GB) reservieren könne. Nein, das geht im Laden nicht mehr, wegen der hohen Nachfrage, das müssen sie online machen. Also gehe ich auf die Orange-iPhone-Seite, um mir dort ein iPhone zu kaufen. Ich habe bereits bei Orangeclick, dem Pre-Paid-Ableger von Orange, eine Prepaidkarte und würde die Nummer gerne auf meinen iPhone-Vertrag portieren. Kann ja nicht so schwer sein. Weit gefehlt.
Die Orange-iPhone-Bestellwebseite empfängt mich mit der Frage, ob ich bereits Orange-Kunde sei. Naiv wie ich bin, klicke ich auf "ich bin schon Orange Kunde", denn erstens habe ich ja Orangeklick, und zweitens habe ich zu Hause ADSL von Orange. Ich werde weitergeleitet und soll Nutzername und Passwort eingeben. Huch? Habe ich nicht. Ich klicke auf "registrieren". Da wollen sie meine Handynummer. Gebe ich ein:
Die Registrierung ist Orange Kunden vorbehalten. Bitte setzen Sie sich kostenlos mit unserem Kundendienst unter der Nummer 0800 700 700 in Verbindung. Falls Sie schon über ein 'orangeclick.ch' Konto verfügen, loggen Sie sich bei orangeclick.ch ein, um Ihr Konto online zu verwalten.
Oh. Wie blöd. Denn auf orangeclick.ch kann ich zwar mein Prepaid-Konto verwalten, aber kein iPhone bestellen. Also gelte ich für Orange offenbar nicht als Kunde. Naja, egal, dann klicke ich auf der iPhone-Bestellseite eben auf "ich bin noch nicht Orange Kunde" (obwohl ich mich als solcher fühle).
Ich lande im Handy-Shop von Orange, wähle das weisse 16 GB iPhone aus, 24 Monate iPhone Optima 30, ärgere mich, dass mir die 50 Franken Rabatt, die ich beim Umtausch meines alten Nokia 6680 im Shop bekommen hätte, durch die Lappen gehen, ärgere mich, dass mir die 40 Franken Rabatt für Orange-Kunden durch die Lappen gehen und darüber, dass die SIM-Karte noch mal 40 Franken kosten soll. Insgesamt habe ich am Schluss 289,- Franken auf der Uhr. Aber nun gut. Ich gehe "zur Kasse" und klicke auf "die jetzige Mobiltelefon Nummer behalten". Ich lande hier:

Ich kann zwar meine Nummer eingeben, aber Orangeclick ist nicht in der Liste der Anbieter. Ich lasse den Anbieter frei, gebe meine Daten ein und klicke auf "weiter". Nix da:
Geben Sie bitte einen Wert in das folgende Feld ein:
Bisheriger Anbieter
Uaaahh! Orange lässt es nicht zu, dass ich als Orangeclick-Kunde ein iPhone bestelle und meine alte Nummer behalte. Kunden des eigenen Prepaid-Angebotes können kein iPhone bestellen. Jedenfalls nicht, wenn sie ihre Nummer behalten wollen.
Das ist sowas von bescheuert. Orange kafkaesque. Wollen die mein Geld nicht?
UPDATE: Dieser Post hat mir binnen 7 Tagen ein Orange iPhone beschert. :-)
ein iPhone zu bekommen. Davon gibt es sogar Fotos. Kurz bevor ich dran bin, ist es leider ausverkauft. Ich warte ein paar Wochen. Ich gehe wieder ins Orange-Center Oerlikon. Ob ich ein iPhone (weiss, 16 GB) reservieren könne. Nein, das geht im Laden nicht mehr, wegen der hohen Nachfrage, das müssen sie online machen. Also gehe ich auf die Orange-iPhone-Seite, um mir dort ein iPhone zu kaufen. Ich habe bereits bei Orangeclick, dem Pre-Paid-Ableger von Orange, eine Prepaidkarte und würde die Nummer gerne auf meinen iPhone-Vertrag portieren. Kann ja nicht so schwer sein. Weit gefehlt.
Die Orange-iPhone-Bestellwebseite empfängt mich mit der Frage, ob ich bereits Orange-Kunde sei. Naiv wie ich bin, klicke ich auf "ich bin schon Orange Kunde", denn erstens habe ich ja Orangeklick, und zweitens habe ich zu Hause ADSL von Orange. Ich werde weitergeleitet und soll Nutzername und Passwort eingeben. Huch? Habe ich nicht. Ich klicke auf "registrieren". Da wollen sie meine Handynummer. Gebe ich ein:
Die Registrierung ist Orange Kunden vorbehalten. Bitte setzen Sie sich kostenlos mit unserem Kundendienst unter der Nummer 0800 700 700 in Verbindung. Falls Sie schon über ein 'orangeclick.ch' Konto verfügen, loggen Sie sich bei orangeclick.ch ein, um Ihr Konto online zu verwalten.
Oh. Wie blöd. Denn auf orangeclick.ch kann ich zwar mein Prepaid-Konto verwalten, aber kein iPhone bestellen. Also gelte ich für Orange offenbar nicht als Kunde. Naja, egal, dann klicke ich auf der iPhone-Bestellseite eben auf "ich bin noch nicht Orange Kunde" (obwohl ich mich als solcher fühle).
Ich lande im Handy-Shop von Orange, wähle das weisse 16 GB iPhone aus, 24 Monate iPhone Optima 30, ärgere mich, dass mir die 50 Franken Rabatt, die ich beim Umtausch meines alten Nokia 6680 im Shop bekommen hätte, durch die Lappen gehen, ärgere mich, dass mir die 40 Franken Rabatt für Orange-Kunden durch die Lappen gehen und darüber, dass die SIM-Karte noch mal 40 Franken kosten soll. Insgesamt habe ich am Schluss 289,- Franken auf der Uhr. Aber nun gut. Ich gehe "zur Kasse" und klicke auf "die jetzige Mobiltelefon Nummer behalten". Ich lande hier:

Ich kann zwar meine Nummer eingeben, aber Orangeclick ist nicht in der Liste der Anbieter. Ich lasse den Anbieter frei, gebe meine Daten ein und klicke auf "weiter". Nix da:
Geben Sie bitte einen Wert in das folgende Feld ein:
Bisheriger Anbieter
Uaaahh! Orange lässt es nicht zu, dass ich als Orangeclick-Kunde ein iPhone bestelle und meine alte Nummer behalte. Kunden des eigenen Prepaid-Angebotes können kein iPhone bestellen. Jedenfalls nicht, wenn sie ihre Nummer behalten wollen.
Das ist sowas von bescheuert. Orange kafkaesque. Wollen die mein Geld nicht?
UPDATE: Dieser Post hat mir binnen 7 Tagen ein Orange iPhone beschert. :-)
Dienstag, 29. April 2008
Die tägliche Hetze der SVP
In Zürich ist mal wieder Wahlkampf. Es wird ja ständig über irgendetwas abgestimmt in der Schweiz, seien es Parlamente, Kammern, Vertreter, Volksentscheide oder Initiativen, deswegen ist eigentlich immer Wahlkampf. Das hat den Vorteil, dass ich in der Schweiz noch nie Gepöbel gegen "Die [Politiker] da oben" gehört habe. Jeder kennt hier irgendeinen Politiker persönlich und die Schweizer Bevölkerung macht in meinen Augen ein politisch aktiven und informierten Eindruck, jedenfalls im Vergleich zu meinem Heimatland.
Die politische Freiheit treibt bei den Eidgenossen allerdings auch hässliche Blüten. Die neueste Aktion meiner Lieblingspartei SVP macht mich besonders fassungslos. Die SVP hat sich folgendes ausgedacht: Jede Gemeinde soll in Zukunft selbst entscheiden können, welches Gremium über einen Einbürgerungsantrag in der Gemeinde entscheidet. Das kann zum Beispiel die Gemeinde selber sein. Entscheidungen über eine Einbürgerung sollen vom bestimmten Gremium ohne Begründungspflicht möglich sein, die Entscheidung kann in geheimer Abstimmung erfolgen und ist endgültig und nicht vor Gericht anfechtbar. Das soll "Masseneinbürgerungen" verhindern. Das ganze heisst Einbürgerungsinitiative. Und so wird sie beworben, die Einbürgerungsinitiative der SVP: In einer gezeichneten Schachtel liegen lauter Schweizer Pässe. Aus der Dunkelheit um die Schachtel strecken sich gelbliche, hell- und dunkelbraune Hände, die nach den Pässen greifen. Darüber ganz gross das Wort STOP:
So leuchtet es mir entgegen, wenn ich morgens am Bahnhof auf meine S-Bahn warte. Oder auf dem Weg zum Einkaufen:
Hier wirds besonders schizophren, da das Plakat links daneben mit einem schwarzen Schweizer Nationalspieler wirbt.
Diese Plakate sind in meinen Augen die aller übelste ausländerfeindliche Propaganda. "Die Ausländer" werden als verallgemeinerte und abstrakte Bedrohung dargestellt, die dieses Land massenweise bedrohen. In Deutschland gibt es nur eine Partei, die so ein Plakat drucken würde (man beachte die dominanten Farben schwarz, rot und weiss): die NPD. Bei der NPD sind sich aber alle mit einem IQ über Zimmertemperatur darüber im klaren, dass es sich um eine gefährliche, antidemokratische und rechtsextreme Partei handelt, die vom Verfassungsschutz überwacht wird und im Verdacht steht, nicht verfassungskonform zu sein. In der Schweiz hingegen kann eine Partei, die bei der letzten Parlamentswahl 30% der Stimmen erhalten hat, so etwas plakatieren, ohne dass es einen nennenswerten Aufschrei gäbe. Das finde ich skandalös. Was für ein Land ist das hier eigentlich?
Obwohl es in der Schweiz den Straftatbestand der Volksverhetzung nicht gibt, liesse sich meiner Meinung nach mit dem Artikel 261 (Rassismus-Strafnorm) des schweizerischen Strafgesetzbuches gegen solche Propaganda vorgehen. Darin heisst es nämlich:
Der abgewählte Bundesrat Christoph Blocher begründet die Einbürgerungsinitiative in einem Interview mit der Gratiszeitung .ch so:
Ich bin wirklich fassungslos. Dass die Schweiz solche Blüten hervorbringt, die dann noch von einem drittel der Wähler gewählt werden, macht ein Drittel dieses Landes für mich unsympathisch. Dieses Plakat ekelt mich an. Wehret den Anfängen sag ich nur. Mannmannmann.
Die politische Freiheit treibt bei den Eidgenossen allerdings auch hässliche Blüten. Die neueste Aktion meiner Lieblingspartei SVP macht mich besonders fassungslos. Die SVP hat sich folgendes ausgedacht: Jede Gemeinde soll in Zukunft selbst entscheiden können, welches Gremium über einen Einbürgerungsantrag in der Gemeinde entscheidet. Das kann zum Beispiel die Gemeinde selber sein. Entscheidungen über eine Einbürgerung sollen vom bestimmten Gremium ohne Begründungspflicht möglich sein, die Entscheidung kann in geheimer Abstimmung erfolgen und ist endgültig und nicht vor Gericht anfechtbar. Das soll "Masseneinbürgerungen" verhindern. Das ganze heisst Einbürgerungsinitiative. Und so wird sie beworben, die Einbürgerungsinitiative der SVP: In einer gezeichneten Schachtel liegen lauter Schweizer Pässe. Aus der Dunkelheit um die Schachtel strecken sich gelbliche, hell- und dunkelbraune Hände, die nach den Pässen greifen. Darüber ganz gross das Wort STOP:
So leuchtet es mir entgegen, wenn ich morgens am Bahnhof auf meine S-Bahn warte. Oder auf dem Weg zum Einkaufen:
Hier wirds besonders schizophren, da das Plakat links daneben mit einem schwarzen Schweizer Nationalspieler wirbt.Diese Plakate sind in meinen Augen die aller übelste ausländerfeindliche Propaganda. "Die Ausländer" werden als verallgemeinerte und abstrakte Bedrohung dargestellt, die dieses Land massenweise bedrohen. In Deutschland gibt es nur eine Partei, die so ein Plakat drucken würde (man beachte die dominanten Farben schwarz, rot und weiss): die NPD. Bei der NPD sind sich aber alle mit einem IQ über Zimmertemperatur darüber im klaren, dass es sich um eine gefährliche, antidemokratische und rechtsextreme Partei handelt, die vom Verfassungsschutz überwacht wird und im Verdacht steht, nicht verfassungskonform zu sein. In der Schweiz hingegen kann eine Partei, die bei der letzten Parlamentswahl 30% der Stimmen erhalten hat, so etwas plakatieren, ohne dass es einen nennenswerten Aufschrei gäbe. Das finde ich skandalös. Was für ein Land ist das hier eigentlich?
Obwohl es in der Schweiz den Straftatbestand der Volksverhetzung nicht gibt, liesse sich meiner Meinung nach mit dem Artikel 261 (Rassismus-Strafnorm) des schweizerischen Strafgesetzbuches gegen solche Propaganda vorgehen. Darin heisst es nämlich:
Wer öffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft, wer öffentlich Ideologien verbreitet, die auf die systematische Herabsetzung oder Verleumdung der Angehörigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind, wer mit dem gleichen Ziel Propagandaaktionen organisiert, fördert oder daran teilnimmt, wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden, Tätlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert ...,wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft.Nach meinem Laienverständnis wäre eine Prüfung hier angezeigt, jedenfalls solange es den Paragraphen noch gibt. Christoph Blocher (SVP) wollte den Paragraphen in seiner Zeit als Justizminister "überprüfen" lassen und:
Am 7. August 2007 lancierten die Schweizer Demokraten eine eidgenössische Volksinitiative Für freie Meinungsäusserung - weg mit dem Maulkorb!, die beabsichtigt, die Rassismus-Strafnorm ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Die Frist für die Unterschriftensammlung wird am 07. Februar 2009 ablaufen.Der Ausländeranteil in der Schweiz betrug im Dezember 2007 21.1% (Quelle), das ist im Vergleich zum Stand von 1987 (15.2%) ein Zuwachs von 5.9%. Das könnte auf den ersten Blick für eine Zuwanderungswelle sprechen, aber die Berechnungsvorschriften wurden 2001 geändert und seit 2007 werden im Rahmen der Personenfreizügigkeit mit der EU-15 viele Menschen als Ausländer gezählt, die vorher als Kurzaufenthalter nicht in der Statistik auftauchten. Schaut man sich die Entwicklung der Ausländeranteils an der Schweizer Bevölkerung mit Bezug auf das Schweizerische Bevölkerungswachstum an, so sieht das nicht nach Zuwanderungswelle aus:
Der abgewählte Bundesrat Christoph Blocher begründet die Einbürgerungsinitiative in einem Interview mit der Gratiszeitung .ch so:.ch: Die Bedingungen für Einbürgerung sind in vielen EU-Ländern weniger hoch. Diese Länder haben viel weniger Ausländer als die Schweiz und bürgern daher viel weniger ein. Kennen Sie Fälle, in denen es zu leichtfertigen Einbürgerungen kam?Was hat Herr Blocher eigentlich für ein Verständnis von Rechtsstaatlichkeit? Wenn die Schweiz ein Rechtsstaat ist, und davon gehe ich jetzt mal aus, dann müssen Entscheidungen, die ein öffentliches Organ fällt, vom Bürger vor Gericht anfechtbar sein, sonst ist der Willkür Tür ud Tor geöffnet. Wenn eine Gemeinde geheim eine Entscheidung ohne Begründung fällen kann, die vor Gericht nicht anfechtbar ist, so hat das für mich mit Rechtsstaatlichkeit nicht mehr viel zu tun. Aber das ist Herrn Blocher offensichtlich völlig egal:
Blocher: Ja natürlich. Aber die Sache ist doch klar: Die Behörden haben neuerdings Angst, dass aus einem ablehnenden Einbürgerungsentscheid ein Gerichtsfall wird. Deshalb bürgert man im Zweifel ein, um keine Probleme vor Gericht zu haben. Viele Personen werden kriminell, kaum sind sie eingebürgert. Sind sie eingebürgert, können wir sie nicht mehr ausweisen.
.ch: Wenn es keine Begründung braucht, öffnen wir der Willkür Tür und Tor.Dass Bürger verantwortungsvolle Menschen sind, die im Zweifel solche Entscheidungen am besten fällen können, hat die Geschichte in vielen Beispielen ja eindrucksvoll gezeigt.
Blocher: Die Bürger sind verantwortungsvolle Menschen. Aber sie sind bei den Einbürgerungen zurückhaltend. Sie verlangen Integration. Schon heute gibt es kaum ein Land, das so viel einbürgert wie die Schweiz. Wer bei uns eingebürgert wird, kann nicht nur wählen, sondern auch abstimmen.
Ich bin wirklich fassungslos. Dass die Schweiz solche Blüten hervorbringt, die dann noch von einem drittel der Wähler gewählt werden, macht ein Drittel dieses Landes für mich unsympathisch. Dieses Plakat ekelt mich an. Wehret den Anfängen sag ich nur. Mannmannmann.
Samstag, 19. April 2008
Hallo Nachbar, Hallo Nachbarin
Für all die Ausländer in der Schweiz, vor allem im Kanton Zürich, die immer noch nicht begriffen haben, was sich als MieterIn in der Schweiz gehört und was nicht, ist dieses nette Poster herausgegeben worden. Ich hatte es am Freitag in der Post (mit freundlichen Grüssen von meiner Hausverwaltung):

Neben jedem Piktogramm steht in 10 Sprachen die entsprechende Regel dazu. Die Piktogramme sind ganz besonders erbaulich:

Ihr könnt ja mal raten, welche Vorschrift zu welchem Piktogramm gehört:

Neben jedem Piktogramm steht in 10 Sprachen die entsprechende Regel dazu. Die Piktogramme sind ganz besonders erbaulich:

Ihr könnt ja mal raten, welche Vorschrift zu welchem Piktogramm gehört:
- Miteinander reden
- Wohnung kurz und regelmässig öffnen
- Im Treppenhaus und der Garage nicht spielen
- Es ist wichtig, dass sie Deutsch sprechen und verstehen
- Sorge tragen zu Haus und Umgebung
- Nachbarschaft pflegen
- Keine Gegenstände ausserhalb der Wohnung hinstellen
- Lärm: Rücksicht nehmen und Ruhezeiten einhalten
- Waschküche sauber hinterlassen
- Abfall in Zürisäcke und dann in den Container
Donnerstag, 13. März 2008
Zähneputzen im 'Büro
Mit Betonung auf der ersten Silbe. Man ist sowieso schon halb eingebürgert, sobald man damit anfängt, auch alle Wörter auf der ersten Silbe zu betonen: 'Büro. 'Wehgeh (WG). 'Iih-däh (ID). 'Leh-gih (Studentenausweis).
Jedenfalls habe ich mir heute zum ersten mal im 'Büro nach dem Mittagessen die Zähne geputzt. Weil die meisten meiner Schweizer Kollegen das auch machen. Ich fand es anfangs etwas seltsam, um die Mittagszeit den Prof vom Nachbarlehrstuhl auf der Toilette beim Zähne putzen anzutreffen, aber das scheint hier gang und gebe zu sein. Kein Wunder: So gut das Schweizer Gesundheitssystem auch ist, die Zähne sind nicht mitversichert und jeder Gang zum Zahnarzt birgt das empfindliche Risiko, um ein viertel Jahresgehalt ärmer zu werden. Bei den Aussichten schwinden dann auch ganz schnell die Hemmungen davor, sich in Pissoirnähe die Zähne zu putzen.
Jedenfalls habe ich mir heute zum ersten mal im 'Büro nach dem Mittagessen die Zähne geputzt. Weil die meisten meiner Schweizer Kollegen das auch machen. Ich fand es anfangs etwas seltsam, um die Mittagszeit den Prof vom Nachbarlehrstuhl auf der Toilette beim Zähne putzen anzutreffen, aber das scheint hier gang und gebe zu sein. Kein Wunder: So gut das Schweizer Gesundheitssystem auch ist, die Zähne sind nicht mitversichert und jeder Gang zum Zahnarzt birgt das empfindliche Risiko, um ein viertel Jahresgehalt ärmer zu werden. Bei den Aussichten schwinden dann auch ganz schnell die Hemmungen davor, sich in Pissoirnähe die Zähne zu putzen.
sch{öner | icker | neller} einkaufen
Ich dachte ja anfangs, dass die Schweiz technikmässig eher 80er ist. Diesen Eindruck macht einfach das Strassenbild, alle Schilder sind irgendwie so... solide und vieles wirkt leicht klobig. Auf den zweiten Blick ist das natürlich nicht so. Ganz besonders deutlich wird die technische Finesse der Eidgenossen beim Einkaufen. Jedenfalls beim Einkaufen in meiner Lieblingssupermarktkette Coop (ja, ich bin ein Coop-Kind).
Die beiden Coop-Filialen in meiner Umgebung, nämlich der Coop im Center 11 in der Nähe des Instituts und der Coop im Letzipark Einkaufszentrum in der Nähe meiner Wohnung featuren beide das Einkaufserlebnis der nächsten Generation: passabene.
Auf dem Foto unten links deutlich zu erkennen. Am Eingang des Supermarktes steht das Regal mit den kleinen Dingern, man hält seine Kundenkarte vor einen Barcodescanner und sch0n blinkt einen einer der süssen kleinen elektronischen Begleiter fröhlich an und signalisiert, dass er gerne mitgenommen werden möchte. Also klemmen wir ihn an den Einkaufswagen und scannen alle Produkte, die wir in den Wagen legen, vorher mit seinem Scanner an der Oberseite. Den wir mit einem sanften druck auf das Wort "Scan" auf seinem Touchscreen aktivieren. Unser kleiner Begleiter weiss dann immer, was wir alles im Einkaufswagen haben, informiert uns über die Höhe des Monatsgehaltes, das wir im Gegenzug an der Kasse abgeben müssen und weiss sonst noch allerlei nützliches zu berichten: Dass der Wein erst ab 16 getrunken werden darf (ich weiss ich sehe älter aus), dass wir so und so viel gespart haben und wie viele Superpunkte wir an der Kasse bekommen. Das tollste ist aber, dass wir unseren Einkauf bereits im Supermarkt in unsere Taschen stopfen (siehe oben), die wir an der Kasse nicht mehr ausräumen müssen. Nichts mit Wagen aufs Band legen, nene, man reicht der freundlichen Dame an der Kasse einfach das Gerät, sie liest es aus und man bezahlt den schon bekannten Betrag. Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wie die kontrollieren, dass man auch wirklich alles eingescannt hat, was man aus dem Supermarkt schleppt? Gar nicht! Sie drohen nur vage mit Stichproben-Kontrollen, aber das ist mir bisher noch nicht passiert. Die vertrauen einem einfach - deswegen funktioniert dieses System wahrscheinlich nur in der Schweiz (und vielleicht in Japan). Ich finds jedenfalls mega-praktisch, dass das Aus- und Einpacken des Einkaufswagens an der Kasse entfällt. Deswegen habe ich mir die Coop-Kundenkarte ("Suprrchrard") bestellt, die man für die Nutzung von Passabene braucht. Daumen hoch für Coop.
Die beiden Coop-Filialen in meiner Umgebung, nämlich der Coop im Center 11 in der Nähe des Instituts und der Coop im Letzipark Einkaufszentrum in der Nähe meiner Wohnung featuren beide das Einkaufserlebnis der nächsten Generation: passabene.
Auf dem Foto unten links deutlich zu erkennen. Am Eingang des Supermarktes steht das Regal mit den kleinen Dingern, man hält seine Kundenkarte vor einen Barcodescanner und sch0n blinkt einen einer der süssen kleinen elektronischen Begleiter fröhlich an und signalisiert, dass er gerne mitgenommen werden möchte. Also klemmen wir ihn an den Einkaufswagen und scannen alle Produkte, die wir in den Wagen legen, vorher mit seinem Scanner an der Oberseite. Den wir mit einem sanften druck auf das Wort "Scan" auf seinem Touchscreen aktivieren. Unser kleiner Begleiter weiss dann immer, was wir alles im Einkaufswagen haben, informiert uns über die Höhe des Monatsgehaltes, das wir im Gegenzug an der Kasse abgeben müssen und weiss sonst noch allerlei nützliches zu berichten: Dass der Wein erst ab 16 getrunken werden darf (ich weiss ich sehe älter aus), dass wir so und so viel gespart haben und wie viele Superpunkte wir an der Kasse bekommen. Das tollste ist aber, dass wir unseren Einkauf bereits im Supermarkt in unsere Taschen stopfen (siehe oben), die wir an der Kasse nicht mehr ausräumen müssen. Nichts mit Wagen aufs Band legen, nene, man reicht der freundlichen Dame an der Kasse einfach das Gerät, sie liest es aus und man bezahlt den schon bekannten Betrag. Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wie die kontrollieren, dass man auch wirklich alles eingescannt hat, was man aus dem Supermarkt schleppt? Gar nicht! Sie drohen nur vage mit Stichproben-Kontrollen, aber das ist mir bisher noch nicht passiert. Die vertrauen einem einfach - deswegen funktioniert dieses System wahrscheinlich nur in der Schweiz (und vielleicht in Japan). Ich finds jedenfalls mega-praktisch, dass das Aus- und Einpacken des Einkaufswagens an der Kasse entfällt. Deswegen habe ich mir die Coop-Kundenkarte ("Suprrchrard") bestellt, die man für die Nutzung von Passabene braucht. Daumen hoch für Coop.
Sonntag, 3. Februar 2008
Schweizer Gesundheit
Nun war ich Januar zum ersten mal in der Schweiz krank (Grippe) und habe bei meiner HMO-Praxis (sanacare Oerlikon) angerufen. Ich habe für den selben Tag einen Termin bekommen, habe 10 Minuten gewartet, alles sehr schön und professionell, eine mega-sympatische Ärztin, im Labor im Nebenraum wurde mir Blut abgenommen und die Ergebnisse lagen binnen 10 Minuten vor, so dass meine Ärztin das gleich mit mir besprechen konnte. Und die Medikamente, die sie mir verschrieben hat, konnte ich gleich ohne etwas zu bezahlen am Empfang mitnehmen, ich musste nicht mal zur Apotheke! Die HMO-Praxis rechnet direkt mit der Kasse ab, ich muss nicht in Vorleistung treten, bekomme aber eine Patientenquittung nach Hause, mit der ich überprüfen kann, ob die Praxis wirklich nur das abrechnet, was gemacht wurde.
Fazit: Vorbildlich! Ich bin selten so angenehm kompetent und serviceorientiert rundumversorgt worden wie in meiner HMO-Praxis. Daumen hoch für das Schweizer Gesundheitssystem!
Mittwoch, 19. Dezember 2007
Der Grund für die Schweizer Sauberkeit:
Der Schmutzli. Ich bin mir sicher. In der Schweiz wird der Nikolaus Sämichlaus vom Schmutzli begleitet. Das ist wohl so ähnlich wie in Deutschland mit dem Nikolaus und dem Knecht Ruprecht, obwohl mir letzterer nie so richtig in Erscheinung getreten ist. Hier ist der Schmutzli jedenfalls sehr präsent, er steht immer neben dem Sämichlaus: Schwarzbraune Kutte, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, ein wilder schwarzer Islamistenbart, der das Gesicht fast vollständig verdeckt, in der Hand einen Sack. Der Schmutzli sagt kein Wort. Aber wenn die Kinder nicht artig waren, steckt der Schmutzli sie in seinen Sack und nimmt sie für immer mit in den Wald.
Hallo!? In Deutschland gibts ein bisschen Dresche mit der Rute, aber in der Schweiz steht die Perspektive auf dauerhafte Entführung in den dunklen Wald! Da würd ich mir als Kind auch zwei mal überlegen, ob ich mein Zimmer aufräume oder nicht, bei solchen Aussichten! Deshalb meine These: Der Schmutzli traumatisiert Schweizer Kinder schon in frühester Kindheit so nachhaltig, dass sie immer folgsam sind. Dazu gehört Sauberkeit und Ordung und dieses Trauma bleibt für immer. Deswegen ist hier alles so ordentlich. Fröhliche Weihnachten.
Hallo!? In Deutschland gibts ein bisschen Dresche mit der Rute, aber in der Schweiz steht die Perspektive auf dauerhafte Entführung in den dunklen Wald! Da würd ich mir als Kind auch zwei mal überlegen, ob ich mein Zimmer aufräume oder nicht, bei solchen Aussichten! Deshalb meine These: Der Schmutzli traumatisiert Schweizer Kinder schon in frühester Kindheit so nachhaltig, dass sie immer folgsam sind. Dazu gehört Sauberkeit und Ordung und dieses Trauma bleibt für immer. Deswegen ist hier alles so ordentlich. Fröhliche Weihnachten.
Freitag, 14. Dezember 2007
Erdbeben!
Eine Kollegin stürmt in mein Büro und verkündet, dass ich gerade Zeuge einer Revolution in der Schweiz würde. Was ist geschehen? Der Spiegel betitelt es mit einem "politischen Erdbeben in der Schweiz". Lasst mich erklären:In Deutschland wählt das Parlament den BundeskanzlerIn und er stellt ein Kabinett aus Ministern zusammen, dem er vorsteht. In der Schweiz wählt das Parlament ein siebenköpfiges Gremium, den Bundesrat. Die Bundesräte sind gleichzeitig die Minister, aber sie regieren das Land gemeinsam als Gremium. Das Amt des Bundeskanzlers rotiert unter den Bundesräten und hat nur eine repräsentative Funktion. Die Schweiz wird also - ziemlich einzigartig - offiziell von einem Gremium regiert. Bisher war dieses Gremium nach der sog. "Zauberformel" (2 + 2 + 2 + 1) immer anteilig von allen grossen im Parlament vertretenen Parteien besetzt, weshalb die Schweiz sozusagen permanent durch eine Allparteienkoalition regiert wird. Seit der vorletzten Wahl war der Ultranationalist und Chef der rechtsnationalen SVP (Autorin der Schafskampagne) Christoph Blocher einer dieser Bundesräte (Justizminister). Die SVP ist aus den Wahlen vor einigen Wochen mit ca. 30% wieder als stärkste einzelne Partei hervorgegangen und Christoph Blocher kandidierte wieder für einen Sitz im Bundesrat. Am Donnerstag war Bundesratswahl im Parlament und bisher wurden dabei immer alle Kandidaten auch gewählt. Bis Donnerstag.
Am Donnerstag haben die anderen Parteien einfach eine weitere Kandidatin für einen Sitz im Bundesrat aufgestellt, die SVP-Frau Eveline Widmer-Schlumpf. Das kuriose in der Schweiz ist, dass man einer Nominierung zur Bundesrätin nicht zustimmen muss - die arme Frau war nicht mal anwesend. Und dann hat das Parament sie einfach gewählt. Daraufhin musste sie ganz schnell in den Zug steigen und nach Bern fahren, wo Ihre SVP-Fraktion sie bekniet hat, die Wahl nicht anzunehmen - dann hätte man Blocher wieder aufstellen können. Aber sie hat angenommen! Sie und der andere SVP-Bundesrat wurden daraufhin aus der SVP-Fraktion ausgeschlossen und die SVP grummelte, sie wolle jetzt in die Opposition gehen. Und Blocher ist nicht mehr Bundesrat! Die Schweiz jubelt und ich mit.
Samstag, 3. November 2007
Bist Du ein Migros-Kind oder ein Coop-Kind?
Diese Frage stellte neulich eine Kollegin von mir einer anderen. In dieser Frage steckt so viel Schweiz drin dass es kracht. In der Schweiz gibt es nur zwei Supermarktketten. Das stimmt natürlich nicht, es gibt schon noch ein paar mehr, aber da kauft man als Schweizer nicht. Für die Schweizer gibts nur Migros (sprich: Migro) und Coop (sprich: Kohp). Und die Frage ob Migros oder Coop ist ungefähr so wie die Frage nach Homo- oder Hetero oder nach Evangelisch oder Katholisch:
Meine Wahrnehmung: Migros ist eine Krake, die überall ihre Finger drin hat: Es gibt Migros-Volkshochschulen, Migros-Tanzschulen, Migros-Heizöl, Migros-gespnserte Museen, undundund und damit sich Migros das alles leisten kann kostet eine Gurke bei Migros 1 EUR und eine Packung Schinken kostet 4 EUR. Und weil die Schweizer das gewöhnt sind, verkauft Coop zum gleichen Preis, nur dass es da noch Alk dazu gibt. Und weil Migros auch lieber Geld verdient als die Gesellschaft behütet, hat Migros noch den Schweizer Discount-Supermartkt Denner gekauft und vertreibt dort den Alkohol. Aber offiziell gibts ja beim Migros keinen Alk. Damit keine Misserständnisse aufkommen: Ich gehe auch lieber zu Migros, weil ich das Gefühl habe, dass man dort noch einige Sachen billiger als beim Coop bekommt.
Die Schweizer Verbundenheit zum Migros ist so unerschütterlich, dass nur selten woanders eingekauft wird. Deshalb wachsen die Kinder hier mit der Migros-Produktpalette auf: Migros-Kinder eben.
(soweit ich weiss steht ist der Name Migros aus dem Französischen demi en gros hervorgegangen. Der Ur-Migrogründer hat Grundnahrungsmittel in so grossen Mengen (en gros) eingekauft, dass er sie an die Hausfrauen für die Hälfte des üblichen Preises (à demi) verkaufen konnte)
- Es ist eine ernste Angelegenheit.
- Es ist eine Frage der eigenen Identität.
- Beides schliesst sich gegenseitig aus.
Meine Wahrnehmung: Migros ist eine Krake, die überall ihre Finger drin hat: Es gibt Migros-Volkshochschulen, Migros-Tanzschulen, Migros-Heizöl, Migros-gespnserte Museen, undundund und damit sich Migros das alles leisten kann kostet eine Gurke bei Migros 1 EUR und eine Packung Schinken kostet 4 EUR. Und weil die Schweizer das gewöhnt sind, verkauft Coop zum gleichen Preis, nur dass es da noch Alk dazu gibt. Und weil Migros auch lieber Geld verdient als die Gesellschaft behütet, hat Migros noch den Schweizer Discount-Supermartkt Denner gekauft und vertreibt dort den Alkohol. Aber offiziell gibts ja beim Migros keinen Alk. Damit keine Misserständnisse aufkommen: Ich gehe auch lieber zu Migros, weil ich das Gefühl habe, dass man dort noch einige Sachen billiger als beim Coop bekommt.
Die Schweizer Verbundenheit zum Migros ist so unerschütterlich, dass nur selten woanders eingekauft wird. Deshalb wachsen die Kinder hier mit der Migros-Produktpalette auf: Migros-Kinder eben.
(soweit ich weiss steht ist der Name Migros aus dem Französischen demi en gros hervorgegangen. Der Ur-Migrogründer hat Grundnahrungsmittel in so grossen Mengen (en gros) eingekauft, dass er sie an die Hausfrauen für die Hälfte des üblichen Preises (à demi) verkaufen konnte)
Jedem sein Gewehr
Es ist tatsächlich so, dass jeder Schweizer, der in der Armee war (und das waren die meisten), sein Sturmgewehr samt Munition zu Hause hat. Die Wehrdienstleistenden nehmen ihr Gewehr auch offensichtlich nach Feierabend mit nach Hause, denn ich ich begegne in der Bahn ständig Gruppen von Soldaten, die ihre dicke Wumme lässig umgeschnallt haben. Ich finde den permanenten Anblick von Sturmgewehren mit Magazin drin sehr verstörend:
Sonntag, 28. Oktober 2007
Wohnungssuche
Wohnungssuche in Zürich ist echt ätzend. Berlin verdirbt einen ja sehr in bezug darauf, was man als monatsmiete für angemesen hält. aber ein schäbiges berliner ofenheizung-unsanierter-altbu-loch kostet so viel wie zwei bier in einer zürcher kneipe. das ist leider so, hab ich am freitag ausprobiert (die zwei bier können doch unmöglich 120 franken gekostet haben?). ein wg-zimmer ist hier gerne auch mal für 1000 franken zu haben, ich habe schon eine 1-zimmerwohnung (37m2) im erdgeschoss eines neubaus am stdtrand für 1200 CHF besichtigt. All die Wohnungen die auf den internetportalen zu einem halbwegs vernüftigen preisen angeboten werden weil sie bspw einer genossenschaft gehören werden beim besichtigungstermin von interessenten überrannt, es quetschen sich gerne mal 50 leute in eine 2.5-zimmerwohnung (ich habs gezählt, es stimmt). Die wohnungssuche an der limmat hat sowieso ihre eigenarten. Die quadratmeterzahl steht nie dabei, immer nur die anzahl der zimmer. Dafür ist es in der schweiz normal, dass die küchen nicht nur mit einem herd, sondern auch mit einem kühlschrank ausgestattet sind, weshalb wi unser schweres ding umsonst zu den eidgenossen geschleppt haben. in jeder wohnung steht ausserdem entweder ein waschmaschine oder, was häufiger der fall ist, es gibt im keller ein oder zweigeräte zur nutzung fürs ganze haus. das ist echt super, jetzt muss ich mir keine neue kaufen. Ferner sind kellerraum und dachbotenraum auch standard, nur dass das eben hier estrichabteil heisst.
Auf den wohnungsbewerbungsformularen muss man ähnlich wie in deutschland die hosen runter lassen, aber mit der frage "sind sie in den letzen drei jahren betrieben worden?" konnte ich zunächst nichts anfangen und musste meine kollegen fragen. Betrieben werden heisst schulden machen die man nicht zurück zahlt. Dann wird man betrieben, die betreibungen werden im betreibungsregister gespeichert und einen betreibungsregisterauszug muss man der wohnungsbewerbung beilegen. so laufe ich von besichtigung zu besichtigung, immer einen aktuellen betreibungsregisterauszug in kopie am start und denke dass ich eher sechs richtige im lotto habe als in zürich eine wohnung zu finden, die ein annähernd akzeptables preisleistungsverhältnis hat.
die wohnungssuche hat einen vorteil: ich bekomme sehr viel von der stadt zu sehen.
wiedikon
3zi, parkett, verkehrsgünstg gelegen, 1650 CHF.
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Sprüngli macht angeblich die beste Schokolade der Welt.
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Auf den wohnungsbewerbungsformularen muss man ähnlich wie in deutschland die hosen runter lassen, aber mit der frage "sind sie in den letzen drei jahren betrieben worden?" konnte ich zunächst nichts anfangen und musste meine kollegen fragen. Betrieben werden heisst schulden machen die man nicht zurück zahlt. Dann wird man betrieben, die betreibungen werden im betreibungsregister gespeichert und einen betreibungsregisterauszug muss man der wohnungsbewerbung beilegen. so laufe ich von besichtigung zu besichtigung, immer einen aktuellen betreibungsregisterauszug in kopie am start und denke dass ich eher sechs richtige im lotto habe als in zürich eine wohnung zu finden, die ein annähernd akzeptables preisleistungsverhältnis hat.
die wohnungssuche hat einen vorteil: ich bekomme sehr viel von der stadt zu sehen.
wiedikon
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Ich bin auch ein Atombunker
Ich fahre nichtsahnend in unserem institut in den keller, um mir das archiv anzusehen. ich stege bei -3 aus dem fahrstuhl und denke nanu, hab ich mich verfahren? das archiv im keller ist nicht nur archiv, nein, es ist auch ein atombunker! im ernst!

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Meine kollegen können meine aufregung gar nicht verstehen, denn in der schweiz ist es ganz normal, einen atombunker im keller zu haben. jeder schweizer weiss, wohin er muss, wenn... tja, wenn wer eigentlich kommt? der russe? die eu? auf jeden fall ist man vorbereitet.

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Meine kollegen können meine aufregung gar nicht verstehen, denn in der schweiz ist es ganz normal, einen atombunker im keller zu haben. jeder schweizer weiss, wohin er muss, wenn... tja, wenn wer eigentlich kommt? der russe? die eu? auf jeden fall ist man vorbereitet.
Schwyzerdütsch
Auf den ersten blick denkt man (ich), ach, das ist ja alles ungefähr so wie in deutschland hier, sogar die zeitungen sind auf deutsch, schönschön. aber nix da. 'huhahrähgaijl' entfährt es dem schwizer unter freunden manchmal, wenn er etwas richtig grossartig findet (auf der schweizer tastatur gibts kein sz weils in der schweiz kein sz gibt. dafür ganz viele andere tolle bunte tasten mit ganz vielen komischen buchstaben drauf. meine liebligstasten vereinen folgende buchstaben auf einer taste: <äàÄÀ><öéÖÉ><üèÜÈ> wozu das wohl gut ist?).
beobachtungn der schweizer eigenarten werden sicher meine nächsten 100000 posts füllen, deshalb hier nur der anfang: die sprache. DIE SPRACHE! wenn die schweizer untereinander schwyzerdütsch (hoi zäme! geisch guah?) reden versteh ich sowieso nix, aber wenn sie hochdeutsch reden oder schreiben versteh ich sie manchmal auch nicht:
dieses geschäft macht auch in pferden? Handy heisst hier Natel, es wird nicht geschaut sondern gelurgt, es klingt nicht sondern es tönt, das heisst Estrich und nicht Dachboden, der Aufwand ist der Umtrieb und abends geht man nicht aus, sondern man geht in den Ausgang.
beobachtungn der schweizer eigenarten werden sicher meine nächsten 100000 posts füllen, deshalb hier nur der anfang: die sprache. DIE SPRACHE! wenn die schweizer untereinander schwyzerdütsch (hoi zäme! geisch guah?) reden versteh ich sowieso nix, aber wenn sie hochdeutsch reden oder schreiben versteh ich sie manchmal auch nicht:
dieses geschäft macht auch in pferden? Handy heisst hier Natel, es wird nicht geschaut sondern gelurgt, es klingt nicht sondern es tönt, das heisst Estrich und nicht Dachboden, der Aufwand ist der Umtrieb und abends geht man nicht aus, sondern man geht in den Ausgang.
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